Mann gibt Obdachlosen einen Kaffee

Wenn Gottes Gebot keine Option ist

Jürgen Ferrary
20. November 2025

Viele Dinge im Glauben behandeln wir, als wären sie Optionen. Nice-to-have. Empfehlungen Gottes, die man mal ernst nimmt und mal nicht — je nach Stimmung, Terminkalender oder Stresslevel.

Doch sobald wir wirklich in einer Not stecken, ändert sich alles. Dann wird aus einer theologischen Möglichkeit plötzlich ein verzweifeltes Gebet.

Heilung ist dann keine Option mehr, sondern etwas, das wir Gott zutrauen — und zutiefst erbitten.
Ein Ausweg aus einer Sackgasse ist dann nicht mehr „vielleicht“, sondern „Herr, sag mir nur, was ich tun soll — ich mache es!“

Aber im Alltag?
Da wägen wir ab.
Da entscheiden wir nach Gefühl.
Da fragen wir häufig nicht: „Was sagt Gott eigentlich dazu?“, sondern: „Was passt mir gerade am besten?“

Die Themen sind vielfältig: Steuern, kleine Notlügen, ein bisschen Lästern, ein bisschen Weghören…
Und natürlich die Nächstenliebe.

Nächstenliebe ist ein perfektes Beispiel.
Denn selbst wenn wir sie gern als Option sehen — Gott sieht sie nicht als Option.
Er sieht sie als Gebot.

Jesus sagt nicht: „Wenn du gerade Lust hast, dann sei liebevoll.“ Oder: „Wenn du entspannt bist und Zeit hast, dann versuch’s mal mit Nächstenliebe.“

Er sagt klar und deutlich:„Ich gebe euch ein neues Gebot: Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe!“ (Johannes 13,34)

Rumms. Das sitzt.
Wenn du Jesus nachfolgst, dann ist Liebe kein Vorschlag, sondern Auftrag.
Und zwar nicht irgendeine Liebe — sondern die Liebe, mit der Gott dich liebt.

Und was ist das für eine Liebe?
Die Bibel beschreibt sie in 1. Korinther 13,7 so:„Die Liebe gibt nie jemanden auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld.“

So liebt Gott dich.

  • Gott gibt dich niemals auf.
  • Er hört niemals auf, geduldig mit dir zu sein.
  • Er glaubt jeden Tag an dich.
  • Er hofft immer wieder neu, dass du dich für das entscheidest, was Leben bringt.
  • Er hält an dir fest — durch jedes Hoch und jedes Tief.

Und genau diese Liebe erwartet Gott von uns für andere.

„Die Liebe gibt nie jemanden auf.“ Auch wenn jemand es nicht verdient hat. Das ist Gnade — das Herz Gottes sichtbar gemacht.

„In jeder Lage vertraut sie.“ Das heißt: Selbst im Chaos sagst du dem anderen: „Ich glaube weiterhin an dich.“

„Die Liebe hofft für andere.“ Sie erwartet nicht das Minimum, sondern das Beste. Wie sieht das in deinem Leben aus? Hoffst du das Beste für deine Ehe? Für deine Kinder? Für deine Freunde? Oder hast du dich schon ans Mittelmaß gewöhnt?

„Die Liebe erträgt alles mit großer Geduld.“ Sie wirft nicht hin, wenn es schwer wird. Sie sagt: „Du kannst mir alles an den Kopf werfen — ich werde dich trotzdem weiterlieben.“ Das klingt schön — aber es ist menschlich kaum leistbar.

Ich merke schnell: Das ist eine Liebe, die ich ohne Gott nicht lieben kann.
Ich brauche seinen Heiligen Geist, seine Geduld, sein Herz.
Ich brauche seine Liebe in mir, um andere so lieben zu können.
Denn alleine schaffe ich es nicht.

Herausforderung für heute: Bitte Gott heute, dein Herz zu berühren und zu verändern.Beziehungen sind kompliziert. Oft schmerzhaft. Und viel zu oft geben wir uns mit dem zufrieden, wie es „eben gerade so läuft“.

Bete darum:

  • dass Gott dich von Angst und Misstrauen befreit,
  • dass er dein Herz weich macht,
  • dass er dir Kraft schenkt, zu vergeben,
  • dass du Menschen so annehmen kannst, wie er dich angenommen hat,
  • und dass er dir die Liebe schenkt, die nie aufgibt.

Halte ihm dein Herz hin. Er wird es füllen.

Sei gesegnet!

„In the end, we only regret the chances we didn’t take“ (Am Ende bereuen wir nur die Chancen, die wir nicht genutzt haben) – Lewis Carroll

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